Gesprächspraxis

Psychologische Beratung & Kunsttherapie

Verfahren und Methoden

„Zuerst das Wort , dann die Pflanze, zuletzt das Messer!“ Asclepius

Am Hause des Antiphon zu Korinth prangte ein kühnes Wort: "Ich kann Kranke durch Worte heilen." Was heutigen Ohren hochtrabend, vielleicht sogar esoterisch und unseriös klingt, scheint dem Menschen der Antike nicht fremd gewesen zu sein. Auch der große Arzt Hippokrates lehrte seine Schüler, dass stets zuerst das Therapeutikum des Wortes zu erproben sei. 

Die alten Griechen, scheint es, waren Pioniere dessen, was sich heute als neue Forschungsrichtung etabliert: das therapeutische Gespräch.

Für jedes Schwierigkeit gibt es ein Medikament. In meiner Praxis kommen unterschiedliche Verfahren und Methoden dieser Verfahren zum Einsatz. 

Die Einmaligkeit eines Menschen und seine Lebenssituation erfordern, dass ich in jedem Einzelfall einen individuellen und maßgeschneiderten Therapieansatz entwickel, der jederzeit flexibel an den Therapiefortschritt angepasst werden kann. Erst wenn jede Ebene des Individuums einbezogen wird kann der Mensch in seiner Vielschichtigkeit und in ständiger Veränderung und Entwicklung stabilisiert und geheilt werden. Des Weiteren ist mir das partnerschaftliche Gespräch auf Augenhöhe, unter Einbeziehung bildnerischer Arbeiten als weiteres Therapeutikum, ein sehr wichtiger Faktor meiner Arbeit.

Zum Grundwissen gehören deshalb Kenntnisse über die einzusetzenden Ansätze, Verfahren und Methoden. Der jeweilige Ansatz der modernen Psychotherapie kann dabei als das Menschenbild, als die Grundannahme über die menschliche Natur verstanden werden. 

So vereint ein Ansatz jeweils eine Reihe dieses Menschenbild anerkennende Verfahren, also Herangehensweisen, welche wiederum entsprechende Methoden, die konkreten Umsetzungsschritte, zur Bearbeitung psychischer Konflikte und Störungen nutzen. Ihnen sind innerhalb eines Ansatzes die Sicht auf das menschliche Wesen, der Blickwinkel und die Fragestellung gleich. Da die für die Psychotherapie beschriebenen Ansätze jeweils ein Menschenbild zum zentralen Ausgangspunkt haben und mit den Verfahren grundlegende, richtungsweisende Herangehensweisen beschrieben sind, werden Menschenbild und die Herangehensweise ebenso in der Gesprächstherapie und in der kunsttherapeutischen Arbeit zum Ausgangspunkt.

Der humanistische Ansatz vereint Verfahren, welche durch ein Menschenbild gekennzeichnet sind, das den Menschen als ganzheitliches, dynamisches Wesen betrachtet, welches aus sich selbst heraus seine Existenz und den Sinn seines Lebens aktiv gestaltet. Er wird von Grunde auf als gut betrachtet und hat die grundsätzlichen Ressourcen, ein selbstbestimmtes schöpferisches Leben im Hier und Jetzt zu führen. Begegnung und Begegnungsfähigkeit werden als zentrale Elemente betrachtet. In der Begegnung werden fünf Fragen formuliert: Was tust Du? Was fühlst du? Was möchtest du? Was vermeidest Du? Was erwartest du?

 

Rudolf SteinerRudolf Steiner, Zeichnung von Alexander Schadow

Die Anthroposophie versteht sich in dreierlei Hinsicht als geisteswissenschaftlicher Ansatz, am Menschen orientiertes Verfahren und integrative Heilmethode.

Schon allein diese drei Punkte lassen vermuten, welchen Umfang dieser Ansatz einnimmt. Durch die ganzheitliche Betrachtungsweise beschäftigt er sich mit dem Menschen, seiner Herkunft, Entwicklung, Bildung, seinem Umfeld und seinem Lebensraum. Der Begründer der modernen Anthroposophie ist Rudolf Steiner (*1861 †1925), der in seinem umfassenden Werk das Menschenbild neu beschrieben hat. Nachdem er sich zunächst mit der naturwissenschaftlichen Auffassung Goethes beschäftigt hat, promovierte er später zum Doktor der Philosophie.

Nach Rudolf Steiners Verständnis besteht das menschliche Wesen aus den vier Wesensgliedern physischer Leib, Äther-Organisation, Astral-Organisation und der ICH-Organisation, die zur Gesundheit einen Gleichgewichtszustand anstreben. Krankheit stellt eine Störung des Fließgleichgewichtes zwischen den ständigen Auf- und Abbauprozessen dar. 

Zum Ausgleich der Wirkkräfte werden kunsttherapeutisch verschiedene Materialien und Techniken eingesetzt, um die Selbstheilungskräfte zu aktivieren und das Kräfteverhältnis wieder zu stabilisieren. Das Denken, Fühlen und Wollen sollen in Balance gebracht und damit der Ausgleich zwischen Geist, Seele und Körper hergestellt werden.