Gesprächspraxis

Psychologische Beratung & Kunsttherapie

Rudolf Steiner

Rudolf SteinerRudolf Steiner

Von Dr. Rudolf Steiner (*1861 - †1925) wurde im letzten Jahrhundert die anthroposophische Geisteswissenschaft als Erkenntnisweg für den heutigen Menschen geschaffen. Aus einer Menschenerkenntnis heraus, welche die leiblich-seelisch-geistige Ganzheit des Menschen und die biographische Entwicklung des Individuums mit in die Betrachtung einbezieht, konnte er so gemeinsam mit der niederländischen Ärztin Dr. Ita Wegmann 1924 den Keim für eine erweiterte Heilkunst legen. Hierbei hat er sich zunächst an Medizinstudenten, junge Ärzte und einzelne von ihm persönlich zugelassene in der Heilkunde bewanderte Menschen gewandt, die mit ihren Fragen nach der anthroposophischen Durchdringung ihrer Tätigkeit auf ihn zugekommen waren. Ähnlich wie die von Ärzten ausgeübte Anthroposophische Medizin ist auch die Anthroposophische Heilkunde eine ganzheitlich-integrative Heilweise. Sie beruht auf der wissenschaftlichen Beobachtung des Menschen und den besonderen berufsständischen Bedingungen des Heilpraktikers.

"Der erste Gesichtspunkt, der in solcher Beziehung in Betracht kommt, ist derjenige der Anthropologie. Diese Wissenschaft sammelt, was sich der sinnenfälligen Beobachtung über den Menschen ergibt und sucht aus den Ergebnissen ihrer Beobachtung Aufschlüsse über dessen Wesen zu erhalten [...]"  (Rudolf Steiner: GA 45, S. 14 ff)

Methodisch setzt die von Rudolf Steiner entwickelte Anthroposophie auf einer stufenweisen Erweiterung des Bewußtseins und seiner Erfahrungsmöglichkeiten, die bei der Schulung des Denkens und des seelischen sowie des sozialen Verhaltens ansetzt. Dem Wortsinn nach läßt sich Anthroposophie als "Weisheit des Menschen" übersetzen. Anthroposophie versteht sich nicht als Lehre, sondern als Anschauung, d.h. ich schaue mir die Welt an.

„Man verleumdet Anthroposophie, wenn man sie bloß eine Philosophie nennt. Sie beruht nicht auf einer philosophischen Spekulation, sondern sie beruht auf einer Anschauung, die ebenso lebendig ist, wie nur je eine sinnliche Anschauung sein kann, die aber eben errungen werden muss, indem der Mensch die Kräfte, die in seiner Seele sonst nur schlummern, so ausbildet, wie ich sie im Prinzip angedeutet habe...“ (R. Steiner: Anthroposophie und die Rätsel der Seele, Vortrag in Bern, 20. März 1922)