Gesprächspraxis

Psychologische Beratung & Kunsttherapie

Beratungskonzept der Gespächstherapie

Im humanistischen Ansatz wird angenommen, daß Menschen weder durch starke biologische bestimmte Triebe oder Instinktkräfte getrieben noch durch allgegenwärtige Umweltbestimmungen manipuliert werden. Sie sind eigenverantwortliche, aktive Wesen, von Natur aus gut und fähig, ihren eigenen Weg zu wählen. Sie streben nach dem Guten und der Verwirklichung ihrer Möglichkeiten, suchen nach Veränderungen, planen ihr Leben und geben ihm eine Struktur, um eine optimale Selbstverwirklichung zu erreichen.

Der Initiator der Humanistischen Psychologie Abraham H. Maslow (*1908 - †1970) erklärte das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung als grundlegendes Motiv des Menschen. 

Gesprächstherapie auch Personzentrierte Psychotherapie genannt, zeichnet sich vor allem dadurch aus, daß sie so nah wie möglich an der Erfahrung von Klienten und Therapeuten und an der unmittelbar aktuellen Beziehung zwischen Therapeuten und Klienten orientiert ist. Damit stellt sie die Praxis eines Menschenbildes dar, das den Menschen als Person versteht. Das schließt ein, wie er durch Erfahrung in Beziehungen geworden ist und wie er sich in die Zukunft weiter entwickeln kann. Dem Klienten wird die Fähigkeit zugetraut, bei entsprechender Begleitung aus eigener Kraft sein Leben zu meistern, mit seinen Problemen zurechtzukommen und sich selbst zu verwirklichen. Einem Menschen begegnen bedeutet also, nun speziell aus therapeutischer Sicht betrachtet, ihm Raum und Freiheit zu geben, sich aus eigenem Vermögen zu entfalten und durch die personale Gegenwärtigkeit des Therapeuten diesen Entwicklungsprozess des Klienten zu fördern. Dies steht jeder Absicht und allem Handeln aus einer Rolle oder Funktion heraus entgegen. Begegnung ist nach Martin Buber (1962/63) unter anderem vielmehr gekennzeichnet durch ‚Authentizität’, ‚Akzeptanz’ und durch ‚Innewerden’ als ‚personale Vergegenwärtigung’, oder wie der persische Dichter Hafiz schrieb: 

"Wie höre ich anderen zu? So, als wäre jeder mein Meister, der seine kostbaren letzten Worte spricht." 

In der Gesprächstherapie geht es nicht um Problemlösung, sondern um die persönliche Entwicklung, wobei ich als Therapeut Begleiter und Förderer dieser Entwicklung statt Experte für psychische Probleme und deren Lösung bin.  Als Therapeut weiß ich, Lösungen unserer Konflikte und Krisen liegen in uns selbst.

Die bildnerischen Arbeiten von Patienten werden in der Gesprächstherapie einbezogen. Da jeder Mensch in Bildern träumt und denkt, finden Probleme oder Krisensituationen ihren Niederschlag auch im bildnerischen Ausdruck. Keine Angst, als Patienten sollen Sie keine Kunstwerke produzieren. Entscheidend ist nicht die künstlerische Qualität der geschaffenen Werke, sondern die Wirkung des künstlerischen Prozesses, die schöpferische Handlung, Ihr Umgang mit dem ausgewählten Thema, die Aussagen der geschaffenen Werke und die von mir angeleitete Reflexion im Gespräch. Das therapeutische Gespräch spielt eine große Rolle.

Carl Rogers formulierte drei für mich verbindliche Grundhaltungen des Therapeuten:

Empathie: „Ich versuche, das, was mir mein Klient erzählt und zeigt, in seinem Bezugsrahmen zu verstehen. Nicht wie ich es verstehe, sondern wie er es versteht. Ich versuche, meine Einfühlung so zu richten, dass ich so nah wie möglich an die Art und Weise herankomme, wie jemand in seiner Welt lebt, so gut es mir eben gelingt. Das klingt einfach, ist aber bei Personen, die meiner Welt fern sind, sehr schwer.”
Akzeptanz: „Ohne Bedingungen zu stellen, ‚leichtgläubig’, akzeptiere ich, wie es bei dieser Person ist. Das heißt nicht: einverstanden sein. Aber Trotzdem ist immer diese innere Haltung da: aha, so ist das in dir entstanden, erzähl mir, ich will verstehen, worum genau es geht.”
Kongruenz: „Ich bin kein alter ego, kein Spiegel, keine Papagei-Karikatur, ich habe Zugang zu meinem eigenen inneren Erleben, bin mit mir in Kontakt mit dem, was in mir läuft in Bezug auf unser gemeinsames Projekt, in Bezug auf unsere Beziehung. Ich bin jederzeit bereit, das auch mitzuteilen, wenn es dem Prozess dient. Ich bin selber Person, ‚von Person zu Person’ bin ich präsent, gegenwärtig.”